Heizungs-Tips



Schimmelalarm bei falscher Heizstrategie
Erschienen am 08. Januar 2010 | APD, mash

 

Wer falsch heizt, kann sich sehr schnell Schimmel in die Wohnung holen Aus Sorge vor hohen Energiekosten droht Millionen Verbrauchern Schimmel im Haus. Denn sie knausern tagsüber beim Heizen, drehen aber abends die Heizung voll auf und holen sich damit Schimmel ins Haus. Denn gerade bei klirrender Kälte ist es wichtig, gleichmäßig durchzuheizen und viel zu lüften, wie Gernot Henrich erklärt, der Leiter des unabhängigen Bochumer Instituts für angewandte Bauwerksdiagnostik (ifab).

 

Gleichmäßiges Heizen schützt vor Schimmel


Dem Experten zufolge halte gleichmäßiges Heizen die Pilzkulturen draußen und schone zudem den Geldbeutel. Christian Michaelis, Energieexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, sieht das ähnlich: Falsches Wohnverhalten und übertriebenes Energiesparen trage dazu bei, dass sich Schimmel in schlecht geheizten Häusern massiv ausgebreitet habe.

 

Schimmel ist eine Massenplage


Dabei ist das Problem weit verbreitet: Immer mehr Bürger klagen über muffigen Geruch, über dunkle Flecken an Wänden und Decken, hinter Schränken und Rollladenkästen. Viele merken nichts, weil manche Pilzarten unsichtbar "blühen". Jedes zweite Haus ist nach Einschätzung des Verbands Privater Bauherren (VPB) mittlerweile vom Schimmelpilz befallen. "Eine Massenplage", sagt Gutachter Henrich. Betroffen sind Neu- wie Altbauten. Auch in Gebäuden, die jahrzehntelang schimmelfrei waren, wuchern nach einem strengen Winter häufig die Kulturen. Vermieter und Mieter streiten laut Deutschem Mieterbund zunehmend darüber, wer für die Beseitigung aufkommen muss.

 

Gesundheit leidet ebenfalls


Darüber hinaus ist Schimmel gesundheitsgefährdend, vor allem wenn die Sporen in großer Zahl eingeatmet werden. Das Umweltbundesamt warnt: "Grundsätzlich sind alle Schimmelpilze in der Lage, allergische Reaktionen wie Schleimhautreizungen, Husten, Kopfweh oder Müdigkeit auszulösen." Asthmaanfälle seien bei vorgeschädigten oder besonders empfindlichen Personen ebenfalls möglich.
Hausgemachtes Problem
Und die Feuchtigkeitsprobleme sind zum Großteil hausgemacht. Was die Pilze drinnen zum Sprießen bringt, ist ein Mix aus drastischem Wärmedrosseln und falschem Lüften, so die Erfahrungen von ifab-Chef Henrich. Bauphysikalische Mängel seien weniger das Problem.
Verbraucher sollten wissen: Je stärker eine Wohnung auskühlt, desto besser können die Pilzkulturen blühen. Wird ein Raum nur noch spärlich beheizt, schlägt sich auf den kalten
Wänden unweigerlich die Feuchtigkeit nieder, die beim ganz normalen Wohnen entsteht - durch schwitzen, atmen, duschen, putzen oder kochen.


Lüften ebenfalls wichtig


Wird aus Furcht vor Wärmeverlust dann auch noch mit dem Lüften gegeizt, ist der Sporenbefall nicht mehr zu stoppen. Die Feuchtigkeit muss aber aus der Wohnung raus. Sparsamkeit wird etwa dann zum Bumerang, wenn Heizkörper nur noch in einzelnen Räumen laufen, aber die Türen offen stehen. Oder wenn die Heizung aus Sorge über die Energiekosten im ganzen Haus tagsüber radikal heruntergefahren wird. Wenn Schlafzimmer und Bad gerade mal noch 12 oder 14 Grad warm sind, das Wohnzimmer nur noch 16 Grad. Und wenn die Heizkörper dann wieder voll aufgedreht werden, um die Räume abends wieder warm zu kriegen. Das ständige Auf und Ab begünstige nicht nur die Schimmelbildung. Es sei auch "energetisch unsinnig und teuer", sagt Henrich. Ausgekühlte Räume brauchten jede Menge Energie, um wieder auf ein angenehmes Raumklima zu kommen. Wer eine Wohnung dagegen konsequent auf mittlerem Niveau durchheizt, kommt nach Berechnungen des Fachmanns billiger davon.

 


Am besten zwischen 19 und 21 Grad


Wer Schimmel draußen und die Energiekosten im Griff behalten will, sollte folgendes beherzigen: die Temperatur in Wohnräumen am besten bei 19, höchstens 21 Grad halten. "Niedriger als auf Stufe 2 sollten die Heizkörper gerade bei klirrender Kälte nicht eingestellt sein", empfiehlt Henrich. Selten genutzte Räume können zwar etwas kühler sein. Die Raumluft sollte aber mindestens noch 16, 17 Grad betragen. Außerdem müssen die Türen dann zu bleiben. So kann sich die wärmere und feuchtere Luft aus der übrigen Wohnung nicht an den kalten Wänden niederschlagen.

 


Stoßlüften kostet kaum Heizenergie


Der Temperaturunterschied zwischen Räumen darf wegen der Schimmelgefahr nicht größer als fünf Grad sein. Außerdem ist es ratsam, Möbel möglichst nicht an Außenwände zu stellen. Wenn es aus Platzgründen nicht anders geht, sollte wenigstens eine Handbreit Abstand zur Wand bleiben, um Schimmelbildung zu vermeiden. Fenster nur gekippt oder komplett geschlossen zu halten, um keine Wärme zu verlieren, ist gerade bei Eiseskälte die völlig falsche Strategie. Wichtig ist: lüften, lüften, lüften. Wenn möglich, mehrmals täglich. Die trockene Winterluft kann besonders viel Wasser aufnehmen und hinausbefördern. Auch wenn viele das bezweifeln: Fünf Minuten Stoßlüften kosten kaum Heizenergie. Frischluft wärmt sich rasch auf. Eine permanent beheizte, gut gelüftete Wohnung verliert weniger Energie als einekalte.

Quelle: APD, t-online.de

 

 

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